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Totgesagte leben länger: Apps und Smartphones

Immer wieder sagen Berater, Blogger oder Journalisten das Ende der Smartphones und Apps voraus. Ist das realistisch oder Populismus? Wann kommt dieses Ende? Wie sieht es aus? Wir beschreiben die drei vorhergesagten Todesfälle.

„Apps und Smartphones wird es bald nicht mehr geben.“ Dramatisch klingt das auf jeden Fall. Dabei sind Smartphones und Apps heute noch nicht einmal Teenager. Wir haben uns in kurzer Zeit daran gewöhnt immer erreichbar und online zu sein. Wir lieben unsere kleinen flachen Backsteine und streicheln sie oft mehrere Stunden am Tag. Warum sollte das nun zu Ende sein? Der erste Tod: Das Lieblingsbeispiel in der Presse ist „WeChat“. Eine erfolgreiche App in China. Es heißt, damit kann man alles machen. Zitat „Eine Oberfläche – alle Anwendungen“. Man kann damit bezahlen, buchen und chatten. Messenger (wie auch WhatsApp) sollen demnach in Zukunft alle Apps ersetzen. Als „digitaler Butler“ sollen Bots unsere Wünsche darüber entgegennehmen und erfüllen. Die Auferstehung: WeChat hat auch in China nicht alle Apps ersetzt. Richtig ist, dass WeChat als Kommunikations-, Bezahl- und Buchungsplattform in China nicht mehr wegzudenken ist. Am Ende entwickelt sich WeChat zu einer eigenen Plattform mit einem eigenen Ökosystem. Dafür können dann auch wieder Apps entwickelt werden. Apps für die App. Und natürlich läuft auch WeChat auf einem Smartphone. Bald haben wir also neben iOS und Android möglicherweise ein weiteres Betriebssystem. Der zweite Tod: Smarte Lautsprecher, Brillen und Uhren ersetzen Smartphones und Apps. Dabei wird „Die menschliche Sprache das neue User-Interface“ sein. Die Auferstehung: Was genau unterscheidet eine smarte Uhr, eine smarte Brille oder einen smarten Lautsprecher von einem Smartphone? Eigentlich nur der Formfaktor. In Brille und Uhr ist ein Monitor integriert. Ein Computer steuert die Ausgabe. Dieser wiederum wird über Spracheingabe oder Touch gesteuert. Beim smarten Lautsprecher erfolgt das Ganze zwar ohne Bildschirm, aber das Prinzip ist das Gleiche. Für Brille und Uhr wiederum benötigt man eine App. Beim Lautsprecher auch, aber dort heißt die App dann Skill oder Action. Gemeint ist dasselbe. Der dritte Tod: Alle Software wird über die Cloud ausgeführt. Apps auf dem Smartphone wird es nicht mehr geben. Smartphones sind dann nur noch „dumme“ Endgeräte. Die Auferstehung: Das gibt es bereits heute. Sogenannte WebApps. Das sind Apps, die eigentlich eine Webseite sind. Dennoch gelten diese als Apps. Egal an welcher Stelle diese ausgeführt werden. Aber einen Nachteil haben diese WebApps: Ohne Empfang funktionieren sie nicht. Unsere Meinung: Aus raumfüllenden Computern wurden Minirechner. Aus monochromen Röhrenbildschirmen mit Pixelgrafik wurden hochauflösende flache Farbbildschirme. Aus Tastaturen und Maus wurden Touchscreens. Die Geschichte der Computer entwickelt sich rasant weiter. Neue Formfaktoren, Mustererkennungssysteme (KI) und User Interfaces bestimmen derzeit die Weiterentwicklung. Smartphones und Apps werden sich verändern und weiterentwickeln, sterben werden sie nicht.