Die Checkliste für eine gute Digitalisierungsstrategie

Dirk Wieczorek Digitalisierung

Die Checkliste für eine gute Digitalisierungsstrategie - Teil 1

Sie wollen Ihr etabliertes Unternehmen fit für das digitale Zeitalter machen? Dann sind Sie hier genau richtig. In dieser Blogreihe leiten wir Sie anhand einer einfachen Checkliste Stück für Stück durch den komplexen Digitalisierungsdschungel. Mit dieser Checkliste, einer Portion Entdeckergeist und Neugierde bleiben Sie auf der Gewinnerstrecke im Digitalisierungswettlauf.

Check #1: Betriebsblindheit eliminieren

Wer seit vielen Jahren im Unternehmen arbeitet, folgt gut ausgetretenen Wegen.

Diese Pfade sind über die Jahre immer länger (und tiefer) geworden. Sie führen mit der Zeit nicht selten sogar am ursprünglichen Ziel vorbei. Das Ziel Kundenbedürfnisse bestmöglich zu erfüllen, gerät unbemerkt aus dem Fokus. Neue (technologische) Wege zum Ziel bleiben unerkannt.  Erst, wenn der Wettbewerb auf diesen neuen Wegen am eigenen Unternehmen vorbeizeiht folgt das böse Erwachen - zu spät.  

 

Betriebsblindheit ist der größte Feind einer erfolgreichen Zukunft. Wie kann man sich dagegen schützen?

Starten Sie ihre Digitalisierungsoffensive mit einem ersten Wake-Up Workshop. Teilnehmer dieses Workshops sind

  1. Geschäftsführung
  2. Vertriebsmitarbeiter
  3. IT-Mitarbeiter
  4. Mitarbeiter aus der Produktion
  5. Mitarbeiter aus dem Controlling
  6. Mitarbeiter aus Forschung und Entwicklung
  7. Ein Externer
  8. Moderator

Achten Sie darauf, dass nicht mehr als 11 Personen (inkl. Moderator) involviert sind. Größere Gruppen sind oft ineffizient.

Der Externe sollte sich mit der aktuellen technischen IT-Entwicklung auskennen, aber das Unternehmen sonst nicht kennen. Branchenfremdheit kann auch ein Vorteil sein. Bei der Auswahl eines Externen muss man sein Geld nicht gleich in einen Berater von McKinsey, Boston Consulting oder A.T. Kearney investieren. Es kann auch ein Mitarbeiter von ATINO sein oder das aufgeschlossene 19-jährige Kind eines Mitarbeiters. In diesem Alter sind Menschen noch so wunderbar neugierig und jederzeit bereit die Spur zu wechseln. Sie stellen Fragen, die wir uns selbst schon lange nicht mehr stellen – nicht, weil wir die Antwort wüssten, sondern weil wir die Fragen einfach verdrängt und ausgeblendet haben. Aus diesem Grund gehen Unternehmen gerne an Universitäten und arbeiten mit jungen und kreativen Menschen an neuen Lösungen. Und deshalb sind die Gründer von Startups häufig auch nicht viel älter als 20 Jahre. Wir hätten kein Google und kein Facebook ohne diese Generation.

Die Rolle des Moderators kann ein geschulter Mitarbeiter des Unternehmens oder auch ein Externer übernehmen. Der Moderator stellt sicher, dass die gesetzten Ziele für den Workshop erreicht werden. Im ersten Workshop geht es um eine neue Zieldefinition.

Starten Sie mit Ihren Kunden:

Womit machen Sie Ihre Kunden bisher glücklich? Und sind sie es noch? Womit sind Ihre Kunden weniger zufrieden und was würden sich diese wünschen?

Die nächste Frage, die sie im Team erarbeiten: Wer sind heute unsere Kunden und welche Kunden könnten eigentlich noch von unseren Leistungen profitieren, wenn… ja, wenn wir diese in irgendeiner veränderten Art und Weise zur Verfügung stellen könnten.

Als Rahmenbedingung schreiben Sie an eine Tafel folgende Annahmen

  • Wir können beliebig viele Kunden sekundenschnell und kostenlos kontaktieren
  • Wir wissen, wann und wo sich der Kunde befindet und wohin er gerade geht
  • Wir wissen, wer unser Kunde ist und wie zuverlässig er bisher war
  • Wir wissen, was der Kunde wann benötigt
  • Wir wissen, dass der Kunde gerne Dinge über sein Smartphone steuern, auslösen und kontrollieren möchte
  • Wir kennen das Kaufverhalten jedes Kunden
  • Wir wissen, viele Kunden würden Leistungen gerne teilen (Sharing)
  • Wir wissen, Kunden wollen ökologisch verantwortlich handeln
  • Wir wissen, Kunden tauschen sich gerne aus

 

Nutzen Sie diese Annahmen, um ihre Produkte und Leistungen weiterzudenken. Was könnte unter diesen Bedingungen anders sein? Was davon ist aus Kundensicht hilfreich und gewünscht? Arbeiten Sie Punkt für Punkt ab.

Lassen Sie die vielen Ideen möglichst unbeschnitten und ohne Vorverurteilungen stehen. Dokumentieren Sie alle Ideen für den zweiten Workshop und lassen Sie eine Woche vergehen.

So geht es weiter

Vermutlich raucht Ihnen nach diesem Workshop der Kopf, aber Sie können sich freuen: den ersten schwierigen Teil haben Sie damit schon geschafft. Sie wissen jetzt, dass es Möglichkeiten gibt und sehr wahrscheinlich sind es viel mehr, als Sie zu Anfang dachten. Im nächsten Beitrag gehen wir in die zweite Runde und damit in den zweiten Workshop. Wir werten die Ideen systematisch aus und betrachten erste strategische Ansätze, die daraus entwickelt werden könnten.