Wenn Dein Lautsprecher
zum Verräter wird

Dirk Wieczorek Sprachassistenten

Wenn Dein Lautsprecher zum Verräter wird

Sprachassistenten, Smartphones und Fernseher sollen in Zukunft dabei helfen Verbrechen aufzuklären. Das zumindest ist der Wunsch einiger Politiker - wir pfeifen dabei auf die Privatsphäre - so scheint es.

In dieser Diskussion geht es darum, die von Alexa und Co gespeicherten Daten von der Polizei nutzen zu lassen. Sprachassistenten speichern bereits die Befehle, die Ihnen vom Nutzer gegeben wurden, dauerhaft. Nutzer können dies selbst in Ihrer App nachvollziehen. Die Anbieter der Sprachassitenten benutzen die Daten, die bei der Verwendung der Geräte entstehen, um damit die Leistung der Geräte zu verbessern. Daten, die sonst im trauten Heim gesprochen werden, gelangen also nicht ins Internet und damit auch nicht zum Anbieter - zumindest in der Theorie ist das so.


Nun wünschen sich einige Politiker, dass die Polizei auch Zugriff auf diese Daten erhält und außerdem sogar die Geräte als "kostenlose" Abhörsysteme nutzen kann. Damit würde es per Knopfdruck möglich, jede Privatwohnung abzuhören - ganz ohne den heute dafür notwendigen Aufwand. Natürlich würde dies nur im besonderen Fällen geschehen, aber wir alle wissen ja: Gelegenheit macht...


Sollen wir nun deshalb auf unsere liebgewonnen smarten Lautsprecher verzichten? Sollen wir das Licht wirklich wieder per Hand einschalten und den CD-Wechsler per Infrarot fernbedienen? Nein, denn wenn man wirklich sicher sein will, dann muss man auf alle Geräte mit Mikrofon verzichten. Das bedeutet kein Telefon, kein Fernsehe, kein Tablet und kein Notebook. Wahrscheinlich auch der Verzicht auf viele aktuelle elektronische Geräte im Haushalt.


Sicher kann man heute so gut wie nirgendwo mehr sein. Man wird fast immer gefilmt, abgehört oder getrackt. Aus diesem Grunde hat die Politik die Aufgabe die Möglichkeiten zu begrenzen, um einen Überwachungsstaat zu verhindern und gleichzeitig den angestrebten digitalen Wandel zu ermöglichen. Keine einfache Aufgabe.

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