App-Projekte erfolgreich starten: Das gehört ins Basiskonzept
Die wichtigsten Antworten für Manager und Entscheider

Dirk Wieczorek App-Ratgeber

App-Projekte erfolgreich starten: Das gehört ins Basiskonzept

Wie Sie ganz einfach die Grundlagen für deutlich mehr Erfolg in der Digitalisierung mit einer App schaffen

Für den Erfolg in der App-Entwicklung haben wir grundlegende Prinzipien erarbeitet. Das sind fundamentale Leitlinien, die den Erfolg in der Praxis begünstigen. Nicht alle dieser Prinzipien müssen immer erfüllt sein, um eine erfolgreiche Umsetzung zu gewährleisten. Aber eines ist sicher, je mehr dieser Grundsätze in einem App-Projekt berücksichtigt werden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit für einen überdurchschnittlichen Erfolg.

Von der Idee zum Konzept

In diesem Blogbeitrag erfahren Sie, welche Grundlagen zum Start eines App-Projektes erarbeitet werden sollten. Wir geben ihnen eine Übersicht darüber, was in das Basis-Konzept gehört und wie sie die dafür notwenigen Informationen herausfinden. Wir weisen auf die wichtigsten Fallstricke hin und geben Ihnen eine Orientierung an konkreten Fallbeispielen aus der Praxis.

Was bringt es?

Am Anfang eines App-Konzeptes steht das Ziel. Hier beschreiben Sie, welcher Zustand oder Effekt mit der Einführung der App für Ihr Unternehmen erreicht werden soll.

Beispiele aus der Praxis:  

  • der Maschinenverkauf soll in den nächsten zwei Jahren um 25% steigern.
  • die Maschinenausfälle in der Produktion sollen um 10% reduziert werden
  • die Vertriebsmitarbeiter sollen innerhalb weniger Sekunden auf alle Kundendaten mobil zugreifen können
  • der neue Kundenservice XY soll eingeführt werden
  • die Kundengruppe ZX soll jederzeit mobil auf den Bestellstatus zugreifen können
  • die Abwanderung von Kunden an den Wettbewerb verhindert werden

Wenn das Ziel klar definiert ist, werden anderer Projektbeteiligte (Designer, Kollegen, Management und Programmierer) eigene Ideen für die Frage „Wie erreichen wir das?“ zielführend einbringen können.

Sollten gleiche mehrere Ziele mit der App verfolgt werden beschreiben Sie alle getrennt und priorisieren diese.

Beispiel:

  • 1: Absatzsteigerung um 25%
  • 2: Modernes Image des Unternehmens fördern
  • 3: Produkt um die Funktion XY erweitern

Das gesamte weitere Konzept wird immer wieder gegen das oder diese Ziele geprüft und bietet damit einen definierten Rahmen. Es empfiehlt sich deshalb, das Ziel klar und eindeutig zu definieren.

Fallstricke:

Vermeiden Sie es, mehr als drei Ziele zu definieren. Im Best-Case gibt es nur ein konkretes Ziel. Nennen Sie im Konzept nur die drei wichtigsten Prioritäten. Prüfen Sie alle Ziele darauf, ob diese nicht bereits eine konkrete Umsetzung bedeuten und damit aus der Zieldefinition entfallen. Im Beispiel oben könnte die Erweiterung des Produktes um eine Funktion XY bereits eine konkrete Umsetzung zur Erreichung der Absatzsteigerung um 25% sein. In diesem Falle wäre es hier zu streichen. Zu dem „Wie“ kommen wir später im Konzept.

Was darf es kosten?

App Entwicklung kostet Geld und Zeit. Sie stellt deshalb eine Investition dar. Um diese Investition später bewerten zu können, benötigt man zwei Zahlen:

  1. den Ertrag, den man über einen Zeitraum von 5 Jahren mit der App erwirtschaften kann und
  2. die Kosten für Entwicklung und Betrieb der App.

Beispiele aus der Praxis:

  • durch die Reduzierung der Maschinenausfälle werden pro Jahr 120.000 Euro eingespart werden
  • durch den effektiven Zugriff auf alle Kundendaten kann jeder Vertriebsmitarbeiter pro Jahr 50.000 Euro mehr Umsatz generieren
  • Mit der Einführung des neuen Services XY erwarten wir einen zusätzlichen Ertrag von 25.000 Euro pro Jahr

Im ersten Beispiel lässt sich über die nächsten 5 Jahre ein zusätzlicher Ertrag von 120.000 Euro erwarten. Das ergibt in Summe einen Betrag von 600.000 Euro. Dieser Betrag stellt bei einem Unternehmen, dass einen ROI innerhalb von 5 Jahren erwartet die oberer Budgetgrenze für eine noch sinnvolle Investition dar.

Neben klar messbaren pekuniären Zielen gibt es auch weiche Ziele. Beispiel:

  • Das Unternehmen will die technologische Marktführerschaft halten
  • Die Akzeptanz einer App-Lösung soll in einem spezifischen Kundenkreis soll überprüft werden

In diesen Fällen handelt es sich um strategische Projekte und Entscheidungen, für die das Management ein Budget vorgeben sollte.

Wie geht das?

Ist das Ziel festgelegt, geht es nun darum, wie dieses Ziel erreicht werden kann. Konkret geht es um die Frage, über welche Funktionen und Eigenschaften das System verfügen muss?

Wer soll das nutzen?

Starten Sie zunächst mit der Beschreibung aller Nutzer des geplanten Systems. Berücksichtigen Sie auch bestehende IT-Systeme als mögliche „Nutzer“. Nehmen Sie immer auch einen Administrator dazu.

Beispiel:

  1. Mitarbeiter im Vertrieb
  2. Key-Account-Kunden
  3. Management / Geschäftsführung
  4. Warenwirtschaftssystem
  5. Administratoren

Wie soll er das nutzen?

Im Anschluss beschreiben Sie die Funktion des Systems, die jeweils einer Nutzergruppe zur Verfügung gestellt wird.  

Beispiel:

  1. Mitarbeiter im Vertrieb
    1. Können Bestellungen und den Status ihrer Kunden einsehen
    2. Können Bestellungen ihrer Kunden auslösen
    3. Können Kunden für die App-Nutzung anlegen, editieren und sperren
  2. Key-Account-Kunden
    1. Können ihre Bestellungen und den Status einsehen
    2. Erhalten automatische Bestellvorschläge
    3. Können Bestellungen auslösen oder stornieren
  3. Management / Geschäftsführung
    1. Können Statistiken zu Bestellungen und Kunden einsehen
  4. Warenwirtschaftssystem
    1. erhält Bestell- und Kundendaten
    2. liefert Bestell- und Kundendaten
    3. liefert statistische Daten
  5. Administratoren
    1. Können Nutzer anlegen, editieren, löschen und sperren

Diese Liste kann in der Praxis deutlich umfangreicher werden.

Fallstricke: Schreiben Sie nur die Kernfunktionalitäten auf. Vermeiden Sie an dieser Stelle das Ausschmücken mit blumigen Worten und Designvorschlägen. Ein unbedarfter Dritter sollte den Funktionskern möglichst schnell und einfach erfassen können.

Warum sollte das jemand nutzen?

Voraussetzung, um ihr Ziel mit der App zu erreichen, ist die Nutzung der App durch die oben genannten Nutzergruppen. Überprüfen Sie zunächst, ob aus ihrer Sicht eine ausreichende Motivation durch die bereits beschriebenen Funktionen gegeben ist. Das wäre der Idealfall.

In den Fällen, in denen das nicht der Fall ist und Sie die Nutzung der App nicht vorschreiben können, sollte motivierende Funktionen ergänzt werden. Dies könnten finanzielle Vorteile sein.

Beispiel:

  1. Key-Account-Kunden
    1. Erhalten einen Rabatt von 0,5%, wenn über die App bestellt wird

Neben diesen finanziellen Vorteilen können auch andere motivierende Faktoren in den Fokus genommen werden.

Beispiel:

  1. Key-Account-Kunden
    1. Erhalten vor der Lieferung eine Push-Nachricht

Überprüfen Sie, ob der motivierende Faktor auch einen Mehrwert für den Kunden darstellt. Ggf. führen Sie hierzu eine Kundenbefragung durch.

Fast fertig mit dem Basiskonzept

Das Basiskonzept wird verwendet, um von Softwarefirmen oder dem eigenen IT-Bereich eine erste Einschätzung für den Umsetzungsaufwand (Zeit und Geld) einzuholen. 

Fallstricke: Ein wichtiger Kostenfaktor ist die Anbindung der App an die bestehende IT Infrastruktur. Deshalb ist es empfehlenswert, sich aus der IT-Abteilung als Anhang zum Konzept eine Schnittstellenbeschreibung geben zu lassen.

Fazit

Sie haben das Basiskonzept fertiggestellt. Dieses hat in der Regel nur zwei oder drei Seiten.