Die Checkliste für eine gute Digitalisierungsstrategie Teil 2

Dirk Wieczorek Digitalisierung

Die Checkliste für eine gute Digitalisierungsstrategie – Teil 2

In der letzten Woche haben wir uns mit dem Thema Betriebsblindheit beschäftigt und Ansätze für eine veränderte Zielausrichtung im Wake-Up-Workshop entwickelt. Im Ergebnis liegen nun viele neue Ideen auf dem Tisch. In diesem Blogbeitrag zeigen wir, wie Sie daraus den Rahmen für Ihre Digitalisierungsstrategie entwickeln können.

Check #2: Auf neuen Wegen gemeinsam mit Ihren Kunden

Unternehmen und Kunden sind raus aus der Anonymität - aber das hat nicht nur Nachteile. Zumindest nicht für die Unternehmen, die es gut mit Ihren Kunden meinen. Wer an der Zufriedenheit seiner Kunden interessiert ist, profitiert langfristig von dieser Entwicklung - vorausgesetzt, er lernt die digitale Klaviatur zu spielen.

Kundenorientierung ist die wichtigste Zutat in der strategischen Entwicklung eines Unternehmens und somit auch die Basis in jeder Digitalisierungsstrategie.  

Die vielen Ideen aus dem letzten Wake-Up-Workshop wollen wir im nächsten Schritt sortieren. Welche davon sind zielführend und helfen den Kunden und ihrem Unternehmen langfristig erfolgreich zu sein? Formulieren Sie für jede Idee zunächst einen Zielsatz: Mit (Idee) wird am (Datum) folgender (Kundennutzen) erreicht. Nummerieren sie alle Sätze durch.

Anhand des folgendes Bewertungssystems können Sie nun eine erste Priorisierung vornehmen. Versuchen Sie für jeden Zielsatz einen Wert zu erraten. Das gelingt natürlich nicht immer gleich gut. Insbesondere bei den tatsächlichen Kosten und bei der Dauer der Umsetzung wird es ohne Konzept schwierig. Dennoch sollte der IT-Experte der Gruppe eine grobe Schätzung wagen.

  1. Geschätzter Nutzen aus Kundensicht (Skala hoch 1-10 niedrig)
  2. Wettbewerber setzen ähnliches bereits um (Skala viele 1 – 10 keiner)
  3. Zeitraum für die Umsetzung (in Monaten)
  4. Aufwand für die Umsetzung (in 10TSD Euro)
  5. Grenzkosten im laufenden Betrieb pro Produkt oder pro Kunde (in Euro)
  6. Kosten für den laufenden Betrieb pro Jahr (in 10TSD Euro)
  7. Komplexität der Umsetzung (1-10 hoch)
  8. Passt zu Ihren Unternehmenswerten (passt sehr gut 1-10 passt gar nicht)
  9. Skills sind im Unternehmen vorhanden (ja 1-10 müssen aufgebaut werden)
  10. Ökologische Bewertung (wertvoll 1 – 10 schädlich)
  11. Erwarteter Erfolg (hoch 1 – 10 niedrig)

Erstellen Sie eine Excel-Tabelle oder laden Sie dafür unsere Vorlage hier kostenlos herunter. In der Tabelle haben wir den Kundennutzen und den Erfolg hoch gewichtet. Sie können bei Bedarf auch andere Kriterien wählen und die Gewichtungen verändern.

Die Ziele lassen sich nun anhand der Kennzahlen von klein = große Priorität und hohe Zahl = geringere Priorität ordnen.

Vergleichen Sie die Ergebnisse mit ihren bisherigen Unternehmenszielen. Arbeiten Sie Abweichungen heraus.

Das erste wichtige Etappenziel ist erreicht

Es sind nun idealerweise ein bis drei Ziele definiert. Sie haben Ihre bisherigen Ziele überprüft und nun anhand der aktuellen technologischen Trends und Möglichkeiten neu ausgerichtet. Viele Unternehmen versäumen diesen ersten wichtigen Schritt und starten direkt damit, ihre bestehenden Prozesse zu digitalisieren. Dies führt zwar zu einer möglichen Optimierung der bestehenden Prozesse aber die eigentlichen Chancen, das Unternehmen auf ganz neuen Wegen weiterzuentwickeln, bleiben außen vor.

Vom Ziel zur Strategie

Im kommenden dritten Teil zeigen wir Möglichkeiten auf, wie sich aus der Zieldefinition ein konkreter Handlungsplan ableiten lässt. Dieser Plan beschäftigt sich mit den verschiedenen Aufgabenbereichen, die eine Digitalisierungsstrategie häufig mit sich bringt.

 

Arbeitsmaterialien zum Download:

Excel-Liste zur Priorisierung der Digitalisierung: Excel-Liste hier downloaden