Was ändert sich mit Android Q?

Anne Ringburger Trend

Was ändert sich mit Android Q?

Vermutlich Ende August ist es soweit: Die Veröffentlichung der neuesten Android-Version namens Android Q steht an. Wir haben die Beta-Version vorab für Sie getestet. Erfahren Sie, welche wichtigen Neuerungen wir entdeckt haben und was das für Sie und Ihre Apps bedeutet.

Genauere Informationen zum Zeitpunkt des Releases sind auf Googles nächster Key Note am 07. Mai 2019 zu erwarten. Ob dort auch das Geheimnis um die Namensgebung und das ominöse Q gelüftet wird, ist noch nicht bekannt.

Wurden bisherige Android-Versionen nach Süßigkeiten wie Marshmallow, Oreo oder Pie benannt, gestaltet sich die Namenssuche beim Buchstaben Q ein klein wenig schwieriger. Ob die Wahl auf Quiche, Quik, Queen of puddings oder etwas ganz Anderes fällt? Wir dürfen gespannt sein!

Und während alle Welt noch über den zukünftigen Namen philosophiert, haben wir schon mal einen Blick auf die aktuellen Beta-Versionen geworfen.

Das bringt Android Q:

1. Privacy, Privacy, Privacy!

Das neue Update des Android Betriebssystem steht klar unter dem Motto Datenschutz. Hier sind die meisten und relevantesten Änderungen zu verzeichnen:

  • Verbesserte Standort-Optionen: Ob und wie Standortinformationen von Apps abgerufen werden dürfen, können Sie für jede App einzeln und mit feineren Einstellungsmöglichkeiten regeln.
    Was es bringt: Nutzer haben jederzeit die volle Kontrolle darüber, welche Apps gerade ihren Standort verwenden und können dies für jede App ganz einfach einschränken oder unterbinden.

  • Begrenzter Speicherzugriff für Apps: Um auf externe Speichermedien zuzugreifen, können Apps unter Android Q sogenannte Sandboxen nutzen. Dies sind isolierte Bereiche auf dem jeweiligen Speichermedium, innerhalb derer Änderungen keine Auswirkungen auf das restliche System haben. Für den Zugriff auf andere Bereiche des Speichermediums müssen die Apps gesonderte Berechtigungen beim Nutzer anfordern.
    Was es bringt: Apps können nicht mehr allgemein auf beliebige Dateiordner zugreifen und haben so nicht die Möglichkeit, andere Daten ohne Wissen der Nutzer auszuspionieren oder zu verwenden.

  • Apps dürfen das W-LAN nicht mehr eigenständig ein- und ausschalten.
    Was es bringt: Dem Nutzer die volle Kontrolle über seine Netzwerkverbindungen. Anbieter von Apps zur W-LAN-Steuerung stellt es jedoch vor eine echte Herausforderung, für die bisher noch keine Lösung bekannt ist.

  • W-LAN lässt sich per QR-Code betreten / teilen: Mussten bisher noch sowohl der W-LAN-Name als auch das Passwort geteilt werden, um einer anderen Person Zugang zum eigenen W-LAN zu gewähren, ist dies jetzt per QR-Code-Scan möglich. In den Einstellungen lässt sich das W-LAN nach einer Authentifizierung via Passwort oder Fingerabdruck ein QR-Code erstellen. Scannt eine andere Person diesen mit ihrem Handy, wird sie automatisch mit dem W-LAN verbunden.
    Was es bringt: Passwörter fürs W-LAN müssen nicht mehr im Klartext mit anderen Nutzern geteilt werden.

2. Was sonst noch neu ist

  • Settings-Panel: App-relevante Einstellungen können Sie mit Android Q direkt aus der App heraus vornehmen, ohne den Umweg über das Einstellungsmenü des Gerätes gehen zu müssen. Diese Neuerung sollte die Absprungrate der User aus Apps deutlich senken.

  • Effektive Nutzung von faltbaren Mobilgeräten: Mehrere Apps lassen sich in vertikaler Anordnung gleichzeitig bedienen.

  • Push-Nachrichten über neue Messenger-Nachrichten werden - wie auch schon beim Facebook Messenger - als Chat-Bubbles angezeigt.  Diese Bubbles tauchen auch während der Verwendung von anderen Apps über diesen auf und öffnen ein Schnelleingabefeld zum Beantworten der Nachrichten. Die aktuell verwendete App muss hierzu nicht verlassen werden. Das funktionierte bisher schon über die Push-Mitteilungen - neu ist aber: Im Gegensatz zur Pushnachricht lassen sich die Schnelleingabefelder völlig frei auf dem Bildschirm platzieren.

  • Die Integration von Vulkan 1.1 ermöglicht eine bessere Darstellung von 3D-Grafiken.

  • Das Sharing-Menü für das Teilen von Inhalten wurde verbessert: Es lässt sich deutlich schneller öffnen und mit sogenannten Sharing-Shortcuts besser bedienen.

  • Android Q warnt aktiv vor der Nutzung veralteter Apps. Das veranlasst in Zukunft hoffentlich mehr Nutzer dazu, ihre Apps regelmäßig upzudaten. Das Risiko: Apps, die schon lange kein Update mehr erhalten haben, werden vermutlich schneller deinstalliert.

3. Unser Fazit

Bahnbrechende Neuerungen und eine Revolutionierung der Smartphone-Welt konnten wir in Googles neuer Android-Version nicht entdecken - aber viele Schritte in die richtige Richtung.

Da das Update jedoch vorerst auf Pixel-Smartphones und später auf einigen anderen High-End-Geräten verteilt wird, dürfte sich die Verbreitung von Android Q ohnehin noch ein wenig in die Länge ziehen.